Dokumentation Eine Exkursion zum Martin-Luther-King Zentrum Werdau (07.04.2018)

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Wer mit offenen Augen durch das westsächsische Werdau ( 20.000 Einwohner*innen ) läuft, dem bleiben kleine Tafeln an verschiedenen Gebäuden nicht verborgen, so an der ehemaligen Kreisleitung der SED;  Tafeln die in der aufgeheizten Stimmung zur Besinnung und zur Gewaltfreiheit aufriefen und noch heute daran erinnern.

Initiator war und ist Georg Meusel, ein stadtbekannter Bürgerrechtler und heute noch immer eine Koryphäe in Sachen Martin-Luther-King. Aus einer Briefmarkensammlung, die zum Todestag von Luther-King begonnen wurde, hat er speziell in den letzten 15 Jahren eine außergewöhnliche Bildungseinrichtung entwickelt. Mitglieder gibt es in sechs Bundesländern, alle sind mit Herzblut bei der Sache. Es gibt keine weitere derartige Einrichtung in Deutschland. Es sollte uns allen klar sein, dass vor fast 100 Jahren nicht nur die Revolutionäre Liebknecht und Luxemburg feige erschossen wurden, sondern vor 90 Jahren auch King geboren wurde. Sein Geburtstag wird noch heute in den USA staatsmännisch gefeiert; Freiheitshelden sind eben nicht totzukriegen. 

Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Martin Böttger, berichtete von seiner Ein-Mann-Demo gegen die militante Neonazivereinigung „Der Dritte Weg“ in Zwickau - ein echtes Beispiel von Zivilcourage.

In den USA hat der weltgrößte Vermögensverwalter Black Rock nach der wilden Schießerei zumindest erst mal bei seinen neuen Investmentfonds in Sachen Waffen den „Riegel vorgeschoben“ (nd vom 07.04.2018) und jetzt ist ein wachsames US-amerikanisches Volk neben den anderen Völkern zur Kontrolle gefragt! Auf den Gebieten Ökologie und Soziales  existieren nämlich eine Reihe dunkler Kanäle, in die unser Geld versickert ... dieses System lebt von Krieg und von Katastrophen.

Neben der umfangreichen Friedensbibliothek des Martin-Luther-King-Zentrums existieren eine Reihe von Plakaten mit King und eine Reihe von Einzelstücken. Im Sommer wird eine Ausstellung fertig sein, die das Wirken der Menschen in Südwestsachsen im Jahr 1989/90 beinhaltet. Bereits jetzt sind die Ausstellungen des Zentrums in allen Bundesländern unterwegs, sei es der „Der gefährliche Schmied“ oder „Die Lust an der List“, eine Ausstellung über das Wirken des Kabaretts in der DDR.

Ein Friedensnetzwerk ist im entstehen, Nikolaus Huhn aus Schlöben hat den Anfang gemacht, die Offene Arbeit Erfurt setzte es fort. Weitere Gäste sind jederzeit gern gesehen.

von Detlef Gaida, stellv. Vorsitzender des MLKZ Werdau