Über uns

Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V.

Im Mai 1992 bekundete eine überschaubare Zahl von Enthusiasten (überwiegend „abgewickelte“ Wissenschaftler) mit der Gründung des Jenaer Forums für Bildung und Wissenschaft e.V. ihren Willen, sich nicht ins Private zurückziehen zu wollen, sondern Antworten auf die bohrenden Fragen nach den Ursachen für das Scheiterns einer Gesellschaftsordnung zu finden und mit anderen darüber nachzudenken, welche gesellschaftlichen Alternativen es zum ungebremsten „Turbo“-Kapitalismus gibt.

Damals wäre kaum jemand so kühn gewesen, anzunehmen, dass der Verein knapp zwei Jahrzehnte später als Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. mit ca. 100 Mitgliedern und einer Vielzahl verschiedener Kooperationspartner als ernstzunehmender Anbieter linker politischer Bildungsangebote in Thüringen etabliert und fest in den bundesweiten Stiftungsverbund integriert ist. Spätestens seit der Gründung der neuen Partei DIE LINKE. steigen auch in Thüringen die Bedürfnisse nach vielseitigen, aktuellen, attraktiven Bildungsangeboten im linken Spektrum. Wir versuchen, diesen Anforderungen mit unseren Veranstaltungen entgegenzukommen. Dazu sind wir auf Partner vor Ort angewiesen, die wie wir davon überzeugt sind, dass Veränderungen in Politik und Gesellschaft

Wissen und Bildung voraussetzen. Mit ihnen wollen wir den Wissenszugang möglichst barrierefrei ermöglichen und Bildung zunehmend als Selbstbildung organisieren, aktuelle Themen aufgreifen und Alternativen zum Kapitalismus, zu Ausbeutung und Diskriminierung und zu Kriegen und Umweltzerstörung diskutieren.

Unsere Veranstaltungen wenden sich ausdrücklich an alle Menschen, unabhängig von Parteizugehörigkeit, Religion und Weltanschauung – mit Ausnahme von Vertretern rassistischer, nationalistischer, antisemitischer oder sonstiger menschenverachtender Auffassungen.

Dem Vorstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. gehören an:

Christian Engelhardt (Vorsitzender / Lehrer, Diplom-Philosoph, Rentner)

Belma Bekos (stellv. Vorsitzende / Studentin)

Franziska Diller (Soziologin)

Hatto Frydryszek (Student) 

Jonas Johne (Student)

Dr. Steffen Kachel (Historiker)

Danny Krämer (Student)

Marie-Theres Piening (Studentin)

Arif Rüzgar (Ökonom und Politikwissenschaftler), Schatzmeister

Walter Zimmermann (politischer Bildner)


Mitgliederversammlung 2015

Am 2. Juni 2015 fand in Jena die diesjährige Mitgliederversammlung der RLS Thüringen statt, in der ein neuer Vorstand gewählt wurde. 22 Vereinsmitglieder waren anwesend. Der Vorstandsvorsitzende Christian Engelhardt wies im Rechenschaftsbericht des Vorstands darauf hin, dass der Berichtszeitraum von einer Vielzahl historischer Daten geprägt war, die nicht unmaßgeblich die Arbeit der Stiftung bestimmten. Dazu gehörten der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges,  der 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und der ein Vierteljahrhundert zurückliegende Fall der Berliner Mauer.

Von besonderer Bedeutung für Thüringen war das Landtagswahljahr 2014. Die neue politische Konstellation in Thüringen nach den Landtagswahlen vom 14. September und der Regierungsbildung am 6. Dezember 2014 führten zu ersten Sondierungsgesprächen zwischen Landespartei und RLS darüber, wie die RLS Rot-Rot-Grün in Thüringen politisch sinnvoll begleiten kann, so dass das Projekt nicht nur schlechthin die Legislatur übersteht, sondern darüber hinaus auch Signalwirkung auf andere Bundesländer haben kann. Hier ist  - auch wegen der beiden Koalitionspartner - Fingerspitzengefühl vonnöten, und die Stiftung kann hier Terrains ausloten, Misstrauen abbauen, Gesprächsangebote machen. Auf Landesebene geschah und geschieht das  z.B. mit Veranstaltungen zum Thema Unrecht in der DDR, die - ohne in Schwarz-Weiß-Schemata aufzugehen - ein differenziertes Bild von den Demokratiedefiziten der untergegangenen DDR zeigen.

Die Ausstellung „1989 – Frei Sein! Und heute?“ und ein sie begleitendes Rahmenprogramm war ein solches Projekt, das in Kooperation mit der „Offenen Arbeit Erfurt“, einer der letzten noch aktiven ehemaligen DDR-Oppositionsgruppen, den Anspruch einlöste, einseitigen Berichterstattungen und den kritiklosen Feierlichkeiten aus Anlass der Maueröffnung eine alternative, kritische Sicht entgegenzustellen.

Thüringenweit fanden 2014 149 Veranstaltungen statt, bei die Stiftung entweder alleinige Veranstalterin, Mitveranstalterin und/oder Kooperationspartnerin war. Damit wurden 6007 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht - bei annähernd gleicher Anzahl von Veranstaltungen 1.100 Personen mehr als 2013. Dieser Zuwachs erklärt sich aus der regelmäßig von 200 Teilnehmenden besuchten Ringvorlesung „Was geht mich die Krise an?“ in Erfurt.

Besondere Erwähnung fand auch der „Rüstungsatlas Thüringen“, ein digitales Projekt, das durch die Fraktion Die LINKE. im Thüringer Landtag, den Trägerkreis Rüstungskonversion Jena und die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. unterstützt wurde und sowohl die Thüringer Standorte der Bundeswehr als auch Unternehmen mit Bezug zur Rüstungsindustrie sowie rüstungsbezogene universitäre oder andere Forschungs- und Entwicklungsprojekte dokumentiert. Ergänzt werden diese Angaben durch einen Überblick über friedenspolitische und antimilitaristische Aktivitäten und Initiativen.

Die Landesvorsitzende der Partei Die LINKE, Susanne Hennig-Wellsow, überbrachte die Grüße des Landesvorstandes und der Fraktion. Sie betonte, nötig sei nicht nur, Wähler zu gewinnen, sondern auch gesellschaftliche Mehrheiten zu erringen. Als Fragen, bei denen der LINKEN die Zusammenarbeit mit der Stiftung besonders wichtig ist, nannte sie: Was bedeutet eine emanzipatorische Bildung? Was sind die Transformationsprojekte, die uns weiterführen?
Welche Verantwortung haben wir bei der Aufarbeitung von Geschichte?

Florian Weis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der RLS, dankte im Namen der Bundesstiftung für die geleistete Arbeit der RLS Thüringen und betonte, dass die Landesstiftungen viel zum Gesamtergebnis der Stiftung beitragen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Erfolg der Fachkonferenz „Streikrecht-Tarifeinheit-Gewerkschaftspluralismus“ im April 2015 in Erfurt.

Der Rechenschaftsbericht und der Finanzbericht des Vorstandes wurden durch die Mitgliederversammlung einstimmig angenommen und der Vorstand entlastet.
Der den Mitgliedern mit der Einladung zugegangene Entwurf einer neuen Satzung wurde einstimmig angenommen. Er sieht unter anderem eine künftige zahlenmäßige Erweiterung des Vorstandes vor.

Die Mitgliederversammlung verabschiedete die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Ina Leukefeld, Thomas Barth und Uwe Flurschütz und bedankte sich für deren gute Arbeit im Vorstand. Ebenfalls gedankt wurde Andrea Jahn für ihre verantwortungsvolle Betreuung der Buchhaltung in den vergangenen 14 Jahren, mit der sie dafür gesorgt hat,  dass die RLS Thüringen jeden Jahresabschluss prüfungssicher und solide bewältigt hat. Andrea Jahn ist Mitte Mai ins Asienreferat des Zentrums für internationalen Dialog an der RLS nach Berlin gewechselt. Ihre Nachfolge hat Mitte April Edeltraud Kotzanek angetreten.
 
Bei der Wahl zum neuen Vorstand wurden Christian Engelhardt und Belma Bekos als Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Erneut als Vorstandsmitglieder gewählt wurden auch Gerda Brücher und Steffen Kachel. Neu gewählte Vorstandsmitglieder sind Marie-Theres Piening, Danny Krämer und Arif Rüzgar.
Am 19. Juni tritt der neue Vorstand in Jena zu seiner ersten Sitzung zusammen.


Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e. V.

Vorsitzender des Vorstands: Christian Engelhardt, Jena
Geschäftsführerin: Dr. Vera Haney

Käthe-Kollwitz-Str. 6
07743 Jena
Tel: 03641 449432
Fax: 03641 426553
Web: www.th.rosalux.de
E-Mail: RLS.Thuer@t-online.de

RLS-Regionalbüro Thüringen

Futterstraße 20
99084 Erfurt

Tel. 0361-5504115
Fax 0361-5504116 

Regionalmitarbeiter: Bernd Löffler (loeffler@rosalux.de)