Nachricht | 01. & 03.09.2021 in Weimar, Forum zum 80. Jahrestag

des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion und seine Bedeutung für die russisch-deutschen Beziehungen in der Gegenwart

 01.09.2021, 18-21 Uhr, Forum mit russischen Schriftstellern zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

◾Svetlana Vasilenko - Moskau, 1. Sekretärin der Union russischer Schriftsteller*innen

◾Michail Kuraev - St. Petersburg, Vorstandsmitglied der Union russischer Schriftsteller*innen

◾Nadezhda Azhgichina - Moskau, Direktorin des Moskauer PEN

◾Lesung aus ihren Werken und Diskussion über ihre künstlerische und politische Arbeit

◾künstlerische Darbietungen

Eine Veranstaltung der Deutsch-Russischen Freundschaftsfesellschaft Thüringen e.V./Weimar; gefördert von der RLS Thüringen u.a.

03.09.2021, 19:30 - 21 Uhr, Lesung mit Matthias Platzeck - In Erinnerung an den 22. Juni 1941: Deutschlands Verantwortung für den Frieden in Europa

Veranstalter: Deutsch-Russische Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V., OG Weimar und Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen

Aber dieses Jahr liegt unser Gedenken unter einem doppelten Schatten. 

Der erste ist der Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion, der dieses Jahr achtzig Jahre zurückliegt. Ein Überfall, an den man in Deutschland ungern erinnert. So ungern, dass kürzlich erst Bundestagspräsident Schäuble eine Gedenkstunde im Parlament zu diesem Anlass abgelehnt hat. So ungern, dass der grausame Vernichtungskrieg, der an jenem Tag gegen die Völker der Sowjetunion begonnen wurde, im Unterricht an den Schulen keine Rolle spielt. 

Man spricht nicht von der Belagerung Leningrads, man spricht nicht von der Schlacht von Stalingrad, man spricht nicht von den Kämpfen um Sewastopol… aber man spricht von der Landung in der Normandie. 

Der 22. Juni 1941 und der heimtückische Angriff, der um viertel nach drei Uhr morgens begann, soll nicht Teil des historischen Gedenkens sein.

Der zweite Schatten ist unsere Gegenwart. Die deutsch-russischen Beziehungen sind so schlecht wie lange nicht. Das ist fatal und damit dürfen wir uns nicht abfinden. Nicht nur in Gestalt der beständigen, aggressiven Rhetorik von der ‚russischen Bedrohung‘, die als ‚russische Desinformation‘ oder als ‚russische Wahlmanipulation‘, als ‚russischer Cyberangriff‘ regelmäßig aus den Druckpressen oder Fernsehlautsprechern rinnt; ja, sogar Impfstoffe soll dieses imaginierte Russland nur als Waffen gebrauchen…

Unsere Gesellschaft fordert die Bundesregierung auf, den 80. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 zum Anlass nehmen, Verhandlungen über einen Deutsch-Russischen Vertrag mit dem Ziel aufzunehmen, Versöhnung und Freundschaft zwischen Deutschland und Russland zu erreichen und zu verstetigen.

Flyer