Publikationen https://th.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Publikationen. de Copyright Sun, 20 Sep 2020 07:41:10 +0200 Sun, 20 Sep 2020 07:41:10 +0200 TYPO3 Publikationen https://th.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg https://th.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Publikationen. news-42280 Mon, 18 May 2020 09:52:40 +0200 Rassismus und Diskriminierung bekämpfen https://th.rosalux.de/publikation/id/42280?cHash=187de5d09adba8aa98adacf6178de157 Ergebnisse der Enquetekommission gegen Rassismus des Thüringer Landtages In der Broschüre „Rassismus und Diskriminierung bekämpfen“ werden von Sabine Berninger, Katharina König-Preuss, Dr. Jennifer Petzen, Christian Schaft und Paul Wellsow die Arbeit und die Ergebnisse der Enquetekommission gegen Rassismus des Thüringer Landtages zusammengefasst und bewertet. Eingerichtet als eine Konsequenz aus den Taten der Rechtsterroristen des „NSU“ und dem Versagen des Staates im Kampf gegen Rechts beschäftigte sich das Thüringer Parlament auf Initiative von LINKE, SPD und Grünen mit Ursachen und Erscheinungsformen von Rassismus in der Gesellschaft, in Institutionen und staatlichen Stellen und machte Vorschläge für Gegenmaßnahmen.

Die Broschüre gibt es als PDF-Dokument auf der Website www.th.rosalux.de und kann kostenfrei gedruckt bestellt werden: thueringen@rosalux.org

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news-41563 Thu, 30 Jan 2020 15:36:41 +0100 Theodor Neubauer: Der „rote Doktor“ (1890 – 1945) https://th.rosalux.de/publikation/id/41563?cHash=b3e153919deb88c39cb730780f72ae97 Am 5. Februar 1945 wurde der Thüringer Staatsrat der SPD-KPD-Landesregierung (1923), KPD-Reichstagsabgeordnete und Antifaschist Theodor Neubauer von den Nazis ermordet. Wir veröffentlichen aus Anlass seines 75. Todestages eine biographische Skizze von Helga Raschke aus dem Buch „Gelebte Ideen - Sozialisten in Thüringen. Biographische Skizzen“ (Hg. Hesselbarth/  Schulz/ Weißbecker, 2006, Jena).

„Ihr wisst, dass Hitler seinen Krieg unrettbar verloren hat …“ Mit diesen Worten wandte sich Dr. Theodor Thilo Neubauer im Herbst 1943 in einem illegalen Flugblatt an die Öffentlichkeit lange bevor die deutschen Offiziere in der Bewegung des 20. Juli 1944 aktiv wurden. Neubauer stammt aus den gleichen bürgerlichen Kreisen wie einige dieser Offiziere. Er wurde am 12. Dezember 1890 als Sohn eines Gutsinspektors in Ermschwert bei Witzenhausen an der Werra geboren. Als die Familie 1900 nach Erfurt übersiedelte, besuchte er das königlich-preußische Gymnasium. Anschließend studierte er Geschichte und neuere Sprachen an den Universitäten Brüssel, Jena und Berlin.

Bereits 1912 erschien in den „Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt“ 1912 die erste historische Abhandlung des Studenten über „Die direkte Besteuerung in der mittelalterlichen Stadt Erfurt und die Verrechtsbücher“. Seine Dissertation von 1913 behandelte „Die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt Erfurt vor Beginn der Reformation“. Neubauers „verständnis- und liebevolle Beschäftigung mit der Erfurter Geschichte“ wurde von seinem Lehrer und Direktor des Gymnasiums, Prof Johannes Biereye, besonders hervorgehoben: „Er könnte bei seinem bewundernswerten Fleiße und bei seiner wissenschaftlichen Begabung auf diesem Gebiete der Stadt Erfurt die wertvollsten Dienste leisten, wie er bisher schon solche geleistet hat.“

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit liebte Neubauer Natur und Sport, besonders Wandern, Skilaufen und das Fußballspiel. Er schloss sich als Jugendlicher der Wandervogelbewegung an, die gegen die satte Wohlhabenheit und das Spießertum des Bürgertums opponierte. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete er sich, angesteckt vom im Siegestaumel seines deutschnational eingestellten Elternhauses, als Freiwilliger.

Auch während des Krieges beschäftigte sich Neubauer mit der Erfurter Stadtgeschichte. In der Arbeit „Aufgaben und Probleme der Ortsgeschichte dargestellt an der Geschichte der Stadt Erfurt“ schrieb er einleitend: „Die nachfolgenden Kapitel sind im Felde, zum größten Teil im vordersten Schützengraben entstanden. Ein achtmonatiger Stellungskrieg machte zwar die Beschäftigung mit neuen wissenschaftlichen Aufgaben unmöglich, bot jedoch reichlich Gelegenheit, das bereits Bearbeitete zu durchdenken … und über die Ziele und die Arbeitsweise der ortsgeschichtlichen Forschung Betrachtungen anzustellen. Die Ortsgeschichte hat seit einigen Jahrzehnten einen ungeahnten Aufschwung genommen. Auf ihren Ergebnissen beruht die große allgemeine Umwandlung unserer Geschichtsauffassung, die uns die Gebiete der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte erschloss. Aber indem die Ortsgeschichte in die großen Zusammenhänge der vaterländischen Geschichte hineingestellt wurde, haben sich ihre Aufgaben so gesteigert, ihre methodischen Probleme so vermehrt, dass es von Zeit zu Zeit immer wieder nötig sein wird, sich darüber Rechenschaft zu geben … welcher Reichtum an interessanten und weittragenden Aufgaben und Problemen in der Ortsgeschichte enthalten ist.“

Als der mehrfach Verwundete wegen einer schweren Gasvergiftung 1917 aus dem Heeresdienst entlassen wurde, war aus dem begeisterten Kriegsfreiwilligen ein Kriegsgegner geworden, dessen bisherige Auffassungen über den Sinn des Lebens zerbrochen waren. Auf der Suche nach der Wahrheit begann er, sich mit Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung auseinanderzusetzen. Später äußerte er sich in einer Rede im Thüringer Landtag: „Ich erinnere daran, jeder, der in der Schule gewesen ist, jeder, der auf der Schulbank in Deutschland gesessen hat, weiß, wie systematisch Stunde für Stunde, Woche für Woche, Jahr für Jahr die Köpfe unserer Schuljugend vergiftet worden sind, so dass wir schließlich geglaubt haben, dass unsere Lehrer uns nicht belügen können. Das haben wir geglaubt und mussten es glauben, weil wir Schüler waren, weil wir jung waren, weil diese Lehrer unsere Vorbilder sein sollten. Und wie hat man uns in den Krieg hineingelogen. Diejenigen, die wie ich auf der Universität gewesen sind, wissen, dass der Chauvinismus auf der Universität ein Riesennetz von Verhetzung um uns gestrickt hatte. So hat man Millionen in den Krieg hineingelogen, weil wir nicht glauben konnten, dass man uns Jahr um Jahr belog. … Jetzt, da der Krieg zusammengebrochen ist, ist die Verlogenheit vielleicht noch größer als vorher.“

Am 1. Oktober 1917 begann Neubauer als Hilfslehrer an der Königin-Luise-Schule, dem Erfurter Lyzeum, zu unterrichten, wo er ein Jahr später als Oberlehrer bestätigt wurde. Nach der Novemberrevolution 1918 schloss er sich für kurze Zeit der Deutschen Demokratischen Partei an. Beeinflusst durch Diskussionen in Arbeiterkreisen und ehemaligen Frontsoldaten wechselte er zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Mit diesem politischen Wandel stand er konträr zu seinem Elternhaus. Seine im September 1919 veröffentlichte Schrift „Vom Recht des Kindes“, in der er gegen überholte Erziehungsmethoden aufgetreten war, rief bei den Eltern seiner Schülerinnen heftigen Protest hervor. Noch unbeliebter machte er sich mit der Broschüre „Die neue Erziehung der sozialistischen Gesellschaft“, in der er das bestehende Erziehungs- und Bildungssystem in Frage stellte, eine enge Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule forderte und sich für die Einführung der Schüler in den Produktionsprozess, in handwerkliche produktive Tätigkeit, aussprach.

Als einziger Lehrer des Lyzeums beteiligte sich Neubauer am Generalstreik der Gewerkschaften zur Niederschlagung des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920. Das verschaffte Schulverwaltung und Eltern nun den offiziellen Grund, den Andersdenkenden in einem von politischer Intoleranz, Verleumdungen und Gehässigkeiten begleiteten Verfahren aus dem Erfurter Schuldienst zu entlassen. Der Gothaer Schulrat Hugo Jacobi (USPD) vermittelte Neubauer an die Städtische Realschule Ruhla. Hier hatte auch Hedwig Neubauer, mit der er seit 1915 verheiratet war, eine Anstellung als Lehrerin für den Biologieunterricht gefunden. Was Neubauer in seinen Schriften theoretisch vertrat - Einheitsschule, Arbeitsschule und weltliche Schule - versuchte er nun in Ruhla in ganz kleinen Schritten praktisch umzusetzen. Er machte Hausbesuche, um die Eltern und das soziale Umfeld seiner Schüler kennen zu lernen, schuf mit Lob und Tadel eine günstige Lernatmosphäre, diskutierte mit den Schülern über aktuelle Ereignisse und regte sie zu eigenen Gedanken und zu kritischem Verhalten an. Neubauer hatte auch die ersten Jugendweihen in Ruhla und Umgebung eingeführt.

In Vorbereitung des Zusammenschlusses des linken Flügels der USPD mit der KPD im Herbst 1920 legte er im Gebiet von Ruhla und Westthüringen auf vielen Versammlungen seine Auffassungen dar. Er war ein ausgezeichneter Redner und erklärte alles mit einfachen, verständlichen Worten, so dass dem „roten Doktor“, wie man ihn liebevoll nannte, eine hohe Achtung entgegengebracht wurde. Auch seine Artikel für das „Gothaer Volksblatt“, die Presse der USPD und später der KPD, waren sehr verständlich geschrieben. Ende 1920 wurde Neubauer in die Gemeindevertretung von Ruhla gewählt, wo er sich besonders um soziale Fragen kümmerte. Am 1. Mai 1921 weihte er in Bad Thal das Denkmal für die von reaktionären Marburger Studenten im März-Putsch 1920 bei Mechterstädt ermordeten 15 Arbeiter aus dem Ort ein.

Nach der Landtagswahl vom September 1921 zog Neubauer mit weiteren fünf Abgeordneten der KPD in den Thüringer Landtag ein. Als Pädagoge vertrat er hier vor allem bildungspolitische Fragen. Er hatte sich aber auch mit den für ihn nicht alltäglichen Themen Justiz-, Steuer- und Finanzpolitik, Fragen der Gemeinde- und Kreisordnung und Wohlfahrtsgesetzgebung zu befassen. Für jede neue Aufgabe musste er sich unter hohem Arbeitsaufwand kundig machen. 1922 brachte die Landtagsfraktion der KPD einen Entschließungsentwurf gegen die monarchistische, nationalistische und revanchistische Propaganda in den höheren Schulen ein, der von der Landtagsmehrheit zum Beschluss erhoben wurde. Auch der Antrag für die Abschaffung der Prügelstrafe, den Neubauer begründete, wurde mit Unterstützung der sozialdemokratischen Abgeordneten in Thüringen durchgesetzt. Die umfangreiche Arbeit im Landtag erforderte einen Umzug nach Weimar, wo Neubauer als Studienrat am Realgymnasium, der Sophienschule, eine Anstellung fand. Ein schwerer Schicksalsschlag traf den Familienvater, als bei der Geburt seines zweiten Kindes 1923 seine Frau starb.

Als nationalistische Kräfte besonders in Bayern im Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise an die Macht drängten, verwies Neubauer im Mai 1923 im Landtag auf die Notwendigkeit von Selbstschutzorganisationen gegen die zunehmende rechte Gefahr. Am 16. Oktober 1923 kam es in Thüringen auf der Grundlage eines gemeinsamen Programms zu einer Regierung mit Sozialdemokraten und Kommunisten. Theodor Neubauer wurde als Oberregierungsrat und später Staatsrat im Innenministerium berufen.

Die Gegner der Arbeiterregierungen in Sachsen und Thüringen versuchten mit allen Mitteln deren Arbeit zu stören. So wurde beispielsweise die Lebensmittelzufuhr aus Bayern und aus Gebieten nördlich von Thüringen blockiert. Neubauer prangerte in seiner Landtagsrede am 23. Oktober an, dass die Ernte systematisch zurückgehalten wird, das Volk hungere und noch nicht einmal die allernotwendigsten Lebensmittel zu kaufen waren. Zur allgemeinen Not konstatierte er, dass „während das Proletariat bis auf ein Nichts verarmt ist, während diese Mittelschichten zum großen Teile auf das furchtbarste proletarisiert sind, gleichzeitig eine ungeheure Kapitalmacht sich in den Händen einzelner gesammelt hat und dass die Kriegsgewinne … noch gar nichts bedeuten gegen die Nachkriegsgewinne.“

Gleichzeitig warnte er 1923 in seiner Landtagsrede vor der Gefahr von rechts: „In diesen Tagen noch hat in Nürnberg wieder eine Parade bewaffneter Hitlerformationen stattgefunden, Aufzüge in den Straßen in voller Ausrüstung mit Stahlhelm, Revolver, Karabiner, also in voller militärischer Aufmachung. Gegen Bayern aber wendet sich keiner von Ihnen, sondern nur da in Thüringen oder in Sachsen die Arbeiterschaft die ersten schwachen Versuche macht, sich zu formieren, sich gegen die Gefahren zusammenzustellen, sind Sie sofort dabei und posaunen in die Welt hinaus, dass in Thüringen ganz gefährliche ‚kommunistische Umtriebe’ den Bestand der Republik gefährden. In Bayern aber gelten diese Maßnahmen als erlaubt, und jeder von denen, die sich heute über die proletarischen Hundertschaften aufregen, weiß, dass diese proletarischen Hundertschaften erst Jahre später errichtet worden sind als die Faschistenorganisationen; erst dann als diese Faschistenorganisationen zu einer drohenden Gefahr geworden waren…“

Als Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) die Reichswehr nach Sachsen und Thüringen einmarschieren und die Rot-rote-Regierungen stürzen ließ, musste Theo Neubauer flüchten, obwohl er die Immunität eines Landtagsabgeordneten besaß. Seitdem lebte er unter anderem Namen im Rhein-Ruhr-Gebiet. Erst als er von der KPD für den Reichstag kandidierte und gewählt wurde, konnte er sich wieder frei bewegen. Damit musste das gegen ihn schwebende Verfahren wegen Hochverrat eingestellt werden.

Neubauer wirkte im Reichstag als Finanz- und Steuersachverständiger. Ende des Jahres 1925 begründete er den Antrag der KPD zur entschädigungslosen Enteignung der Fürsten. Er hatte darin aufgeführt, wie der Adel im Verlauf der Jahrhunderte durch Gewaltmaßnahmen und Krieg oder Bauernlegen in den Besitz von Ländereien kam und sein Vermögen auf Kosten des Volkes vergrößern konnte. Am Beispiel der thüringischen Fürstentümer deckte er die hohen Summen von geforderten Entschädigungen auf, während beim städtischen und ländlichen Kleinbürgertum, bei Kriegsbeschädigten, Arbeitslosen und Witwen die soziale Lage sich maßlos verschlechterte. Er plädierte für den Grundsatz: „Alles, was Krongut und Fürstengut war, … gehört dem Volk, muss der Bevölkerung zurückgegeben werden!“

Nicht nur im Reichstag entlarvte Neubauer die Demagogie der Nationalsozialisten. Auch in öffentlichen Veranstaltungen, wie z.B. bei der Kundgebung am 19. Oktober 1931 im Berliner Saalbau Friedrichshain, deckte er den Zusammenhang zwischen Großkapital und Nazipartei auf: „…die Herren, die mit Hitler und Hugenberg dort in Harzburg die ‚nationale Opposition’ aufzogen. Das sind die Kapitalisten, das sind die Scharfmacher des deutschen Kapitalismus, das sind die Einpeitscher, das sind die arbeiterfeindlichsten, reaktionärsten Elemente des deutschen Kapitals. Da muss sich der nationalsozialistische Arbeiter fragen: Wo stehst du, Prolet? Du stehst zusammen mit diesen Leuten vom Stahltrust, vom Kalikapital und vom Werftkapital. Dorthin hast du dich verlaufen, Prolet. Gehörst du zu diesen Halsabschneidern?“

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten konnte nicht verhindert werden. Nach dem Reichtagsbrand musste Neubauer in die Illegalität gehen, wurde jedoch am 3. August 1933 verhaftet. Als er im Reichstagsbrandprozess als Zeuge vorgeführt wurde, unterstützte er die Beweisführung Georgi Dimitroffs und bekannte sich zu seinen sozialistischen Idealen. Für seine Freilassung aus dem KZ setzten sich namhafte Professoren und Dozenten der Universitäten Oxford und Cambridge sowie viele englische Lehrer ein.

Nach sechs Jahren Haft wurde Theodor Neubauer im April 1939 aus dem KZ Buchenwald entlassen. Namhafte Professoren und Dozenten der Universitäten Oxford und Cambridge sowie viele englische Lehrer hatten sich dafür eingesetzt. Seine Familie (er hatte ein zweites Mal geheiratet) wohnte nun in Tabarz. Er bekam eine Tätigkeit als Lagerleiter bei Opel-Beuchel in Gotha zugewiesen. Zu seinen Aufgaben gehörte, Ersatzteile für Kraftfahrzeuge zu verwalten. Seine Tochter bemerkte dazu: „In wenigen Tagen paukte er sich die Namen und Daten von Hunderten von Einzelteilen, Schrauben und Schräubchen ein, um die entsprechenden Auskünfte geben oder die Ersatzteile für die Autos, in der Mehrzahl Heeresfahrzeuge, heraussuchen zu können.“ Seine Gewissenhaftigkeit verschaffte ihm Anerkennung im Betrieb und vergrößerte seine Bewegungsfreiheit. Er konnte nun im Auftrag der Firma sogar Reisen unternehmen, die ihm gelegentlich die Möglichkeit boten, Verbindung mit Gleichgesinnten herzustellen. Schon im KZ hatte er Erfahrungen in der illegalen Arbeit gesammelt. Unter größter Vorsicht entstanden Verbindungen zu Magnus Poser, Georg Schumann, Anton Saefkow und anderen Hitlergegnern, meist Kommunisten. Mündliche Absprachen mit Neubauer in Tabarz fanden meistens bei Spaziergängen im Thüringer Wald statt. Im Mittelpunkt der illegalen Widerstandsarbeit standen Aktionen in Betrieben der Kriegindustrie und zur Aufklärung der Bevölkerung, den mörderischen Krieg zu beenden und das Hitlerregime zu beseitigen. Dazu waren auf Vervielfältigungsapparaten Flugblätter hergestellt worden. Im Herbst 1943 war es der illegalen Gruppe um Neubauer und Poser gelungen, im Klischee-Druck Flugblätter herzustellen. So entstanden in den folgenden Monaten fünf zum Teil mehrseitige Flugblätter mit einer Auflagenhöhe von 560 – 1500 Exemplaren. Die meisten Texte, darunter auch für französische Kriegsgefangene, hatte Neubauer selbst verfasst.

Im Jahre 1943 schrieb Neubauer in einem Flugblatt: „Ihr wisst, dass Hitler seinen Krieg unrettbar verloren hat, dass jeder Tag der Kriegsverlängerung die Grundlagen weiter zerrüttet und untergräbt, auf denen der Wiederaufbau Deutschlands nach der Hitler-Katastrophe erfolgen muss, dass es daher das höchste Lebensinteresse des deutschen Volkes sein muss, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet wird. Dennoch haben sehr viele in Deutschland die größte Angst vor der unvermeidlichen Niederlage, weil sie sehr gut wissen: welche furchtbaren Verbrechen von Deutschen in Polen, Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Jugoslawien, Griechenland begangen worden sind, mit welch grausigen Methoden die jüdische Bevölkerung Deutschlands und aller unterworfenen Länder hingemordet wurde, welche bestialischen Grausamkeiten an der Zivilbevölkerung der eroberten Länder, vor allem Sowjetrußlands verübt wurden, welche unmenschlichen Verbrechen an den russischen Kriegsgefangenen begangen worden sind.“ Aber er beantwortete auch die Frage: „Wer muss wirklich Angst haben vor der kommenden Vergeltung? Natürlich Hitler und die verantwortlichen Führer der Nazis, ferner alle, die sich zum Werkzeug ihrer Verbrechen hergeben, aber nicht die Masse des Volkes, die diesen Verbrechen fern steht.“

Nachdem sich zu einer illegalen Zusammenkunft deutscher Antifaschisten ein Spitzel eingeschlichen hatte, wurden viele Widerstandskämpfer, darunter auch Theodor Neubauer am 14. Juli 1944 in Tabarz verhaftet. Der faschistische Volksgerichtshof verurteilte ihn am 8. Januar 1945 zum Tode, das Urteil wurde am 5. Februar im Zuchthaus Brandenburg vollstreckt, nur wenige Monate vor der Befreiung vom Hitlerfaschismus. In seinem letzten Brief an seine Familie schrieb er: „Liebste Frau! Geliebte Tochter! Liebe Anna! Euch alle drei grüße ich jetzt zum letzten Mal. Ich sterbe mit festem Herzen – selbstverständlich. In inniger Liebe Euer Theo“

Helga Raschke

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news-41519 Tue, 21 Jan 2020 14:47:34 +0100 Die sozialistische Arbeiterbewegung in Thüringen 1918 bis 1923 https://th.rosalux.de/publikation/id/41519?cHash=69b380f477082b253984c31c0ac32f9c Eine Zeitleiste zu politischen Ereignissen und Aktionen Der Geschichte der Thüringer Arbeiterbewegung wurde in den letzten Jahren wieder ein größeres publizistisches Interesse entgegengebracht. Dies hängt nicht zuletzt mit den einhundertsten Jahrestagen zusammen, die beginnend mit dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) und der Novemberrevolution 1918 die Öffentlichkeit beschäftigt haben und immer noch beschäftigten.

In den kommenden Monaten und Jahren stehen mit dem Generalstreik zur Niederschlagung des Kapp-Putsches im März 1920, der Gründung des Landes Thüringen am 1. Mai 1920 sowie der sozialistischen Landesregierung unter August Frölich (1921 bis 1923) weitere hundertjährige Jubiläen an, die mehr oder weniger die öffentliche Erinnerungen beschäftigen werden.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen veröffentlicht aus diesem Anlass eine Zeitleiste zu den politischen Ereignissen und Aktionen der Jahre 1918 bis 1923. Der Broschüre liegt zudem eine thematische Landkarte Thüringens bei.

Die Broschüre mit Karte kann unter  thueringen@rosalux.org  bestellt und hier heruntergeladen werden.

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news-41483 Fri, 10 Jan 2020 13:06:32 +0100 Thüringer Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen. Kontraste, Konflikte und Kooperationen in der Weimarer Republik https://th.rosalux.de/publikation/id/41483?cHash=265cd25d0b2b16eda98580f6b394f258 Thüringen war in seiner Geschichte wiederholt ein Labor für neue, ungewohnte politische Konstellationen der Linken. Die erste rot-rot-grüne Landesregierung unter dem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (DIE LINKE) ist bekannt, ebenso die Diskussionen seit der Landtagswahl im Oktober 2019, eine Minderheitsregierung zu bilden, da das Wahlergebnis keine der gewohnten politischen Konstellationen mehr zulässt. Weitaus weniger ist bekannt, dass von Oktober 1921 bis zum Februar 1924 SPD und USPD im Land Thüringen unter Ministerpräsident August Frölich gemeinsam regierten – und dass es Ende 1923 sogar eine kurzlebige Koalition aus SPD, USPD und KPD gab. Thüringen, das ist mit Eisenach, Erfurt und Gotha die Geburtsstätte der Sozialdemokratie. Die hiesige Arbeiter*innenbewegung hat Geschichte geschrieben.

Mit der vorliegenden Arbeit »Thüringer Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen – Kontraste, Konflikte und Kooperationen in der Weimarer Republik« weist der Historiker Dr. Steffen Kachel vor diesem geschichtlichen Hintergrund auf zwei wichtige Aspekte hin: Erstens arbeitet er die hohe Bedeutung stabiler linker Milieus in der Gesellschaft heraus. Das hat Bedeutung dafür, um Erfolge wie auch Niederlagen der politischen und gesellschaftlichen Linken zu verstehen, und auch, um Strategien für das Heute zu entwickeln. Sowohl DIE LINKE als auch ihr Umfeld, Gewerkschaften und linke soziale Bewegungen allgemein müssten wieder den Aufbau und die Stärkung linker Milieus in den Fokus ihrer Arbeit rücken. Die Zeit der klassischen Wahlparteien, die in Zweier- oder Dreier-Koalitionen und mit reiner Stellvertreter*innenpolitik agieren, scheint vorbei zu sein. Eine starke Linke, die tatsächlich Veränderungen erreichen will, braucht die Verankerung in der Gesellschaft – vom Kleingarten bis in Bewegungen wie Fridays for Future. Zweitens zeigt Kachel deutlich den »rot-roten Sonderweg« im Land Thüringen auf – einen Kurs von SPD, USPD und KPD, der von den Vorgaben und Vorstellungen der Parteien in der Republik deutlich abwich. Die Arbeiter*innenparteien und -bewegung setzten hier – stärker als anderswo – auf eine engere Zusammenarbeit. Zugespitzt gesagt: Die SPD war hier »linker« als die SPD, die KPD »rechter«. Das eröffnete immer wieder Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Verständigung. Knapp 100 Jahre später ist in Thüringen aus dem rot-roten offenbar ein rot-rot-grüner Sonderweg geworden. Erneut wird das von den jeweiligen Parteigliederungen im Bund und in anderen Bundesländern skeptisch beobachtet. Doch angesichts des Aufstiegs der AfD, der Schwäche der gesellschaftlichen Linken und des Wandels des Parteiensystems ist sowohl die Frage stabiler linker Milieus und die Frage der Fähigkeit zur wechselseitigen Verständigung jener Parteien und Organisationen, die für – unterschiedliche – Modelle fortschrittlicher Politik und gegen den Rechtsruck stehen, existenziell.

Dr. Steffen Kachel: Thüringer Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen. Kontraste, Konflikte und Kooperationen in der Weimarer Republik, Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, 2019, Erfurt, 20 Seiten.

Die Publikation steht zum Download bereit und kann in gedruckter Fassung gegen Portokosten bezogen bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen (thueringen@rosalux.org) bezogen werden.

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news-41449 Fri, 20 Dec 2019 10:29:15 +0100 Bürger aus Jena und Umgebung im Widerstand gegen das Naziregime 1933–1945 https://th.rosalux.de/publikation/id/41449?cHash=6422cfbc56728114cab1a6ff28c947f9 Bürger aus Jena und Umgebung im Widerstand gegen das Naziregime 1933–1945
Eine Übersicht
Herausgeber: Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V., Jena 2005

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news-40829 Wed, 31 Jul 2019 11:19:58 +0200 Wirtschaftswissenschaft: Einseitige Lehre https://th.rosalux.de/publikation/id/40829?cHash=e14ef2c18826ca66937752d6db401d7a Über politische Vorschläge, wie der neoliberalen Hegemonie in der Wirtschaftswissenschaft Alternativen entgegen gesetzt werden können. Von Dr. Arif Rüzgar und Paul Wellsow

DIE LINKE Thüringen forderte auf ihrem Landesparteitag in Gera am 30./31. März 2019 eine Professur für Plurale Ökonomie und ein wirtschaftspolitisches Forschungs- und Beratungsinstitut zur sozial-ökologischen Transformationsforschung. Mit diesen Forderungen, die einstimmig in das Wahlprogramm zur Landtagswahl 2019 im Freistaat eingefügt wurden, sollen dem neoliberalen Mainstream sowohl in den Wirtschaftswissenschaften als auch bei den wirtschaftspolitischen Forschungsinstituten heterodoxe, kritische und linke Ansätze entgegengesetzt werden. Die Landesarbeitsgemeinschaften »Wirtschaftspolitik«, »Wissenschaft und Hochschule« sowie »Linke Unternehmer*innen, Freiberufler und Selbstständige« legten den Antrag vor, der im Anschluss eine öffentliche Kontroverse auslöste. Auf den Wirtschaftsseiten der konservativen »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« wurde die Forderung sichtlich empört kommentiert. In dem Antrag heißt es: »DIE LINKE steht für eine sozial-ökologische Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft. Dafür braucht es auch entsprechende Forschung und Beratung. Wir wollen daher an einer Thüringer Hochschule eine Professur für Plurale Wirtschaftswissenschaft (Heterodoxe Ökonomie) und ein entsprechendes wirtschaftswissenschaftliches Forschungs- und Beratungsinstitut schaffen, um der neoklassischen Lehre und dem neoliberalen Mainstream in den Wirtschaftswissenschaften Denken, Forschung und Lehre vielfältigeren Zuschnitts zur Seite zu stellen. Dazu gehören ausdrücklich auch (post)keynesianische, marxistische, ökologische oder auch feministische Wirtschaftstheorien.« Und zur Begründung heißt es: »Das neoklassische Paradigma dominiert die wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre. Ihr Pendant in der Wirtschaftspolitik ist der Neoliberalismus. Die übergroße Mehrheit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten richtet ihre Lehre und Forschung nach dieser Theorie aus, die folglich auch auf die an diese Theorie angelehnte Wirtschaftspolitik wirkt. Auch die meisten wirtschaftspolitischen Forschungs- und Beratungsinstitute, deren Analysen, Einschätzungen und Empfehlungen von Regierungen eingeholt werden, sehen die Deregulierung von Märkten, die Privatisierung von staatlichen Einrichtungen und die weitere Ausdehnung des Finanzmarktes als Errungenschaft an und propagieren diese vehement. Wir wollen mit unseren Vorschlägen die Grundlage für mehr Vielfalt in der wirtschaftswissenschaftlichen Bildung und Forschung sowie der wirtschaftspolitischen Beratung schaffen.«

Hegemonie der Neoliberalen an den Unis

Die volkswirtschaftliche Hochschulbildung ist von einer starken Einseitigkeit der Lehrinhalte geprägt. Lehrbücher greifen kaum konkurrierende Paradigmen oder unterschiedliche Perspektiven auf. Stattdessen wird suggeriert, dass es eine einheitliche und selbstverständliche Denkweise gäbe und sich nur eine relevante ökonomische Methode herauskristallisiert hätte. Die Einseitigkeit führte dazu, dass Studierende weltweit diese Denkmuster und die konkrete Umsetzung in den Hochschulen kritisiert haben. Im Juni 2000 formulierte eine Gruppe von Studierenden an der Sorbonne in Paris die Petition »Autisme-Économie«. Sie kritisierten die Anwendung abstrakt-formaler mathematischer Modelle als Selbstzweck und riefen die Professor*innen auf, die Ökonomische Lehre aus ihrem »autistischen« und sozial unverantwortlichen Zustand zu befreien. Die Forderungen wurden auch in Deutschland aufgegriffen. Im November 2003 gründeten Studierende mit Unterstützung einiger Lehrender an der Universität Heidelberg den Arbeitskreis »Postautistische Ökonomie« und organisierten Vorträge und Seminare. 2007 wurde der gleichnamige Verein gegründet, der sich letztlich 2012 in »Netzwerk Plurale Ökonomik e.V.« umbenannte. Zusätzlich zur Kritik in Frankreich forderten sie in Deutschland die Wiedereinführung der Fächer »Geschichte des ökonomischen Denkens« und »Wirtschaftsgeschichte« sowie eine interdisziplinäre Öffnung. Kritisiert wurde auch, dass Studierende der Volkswirtschaftslehre das Studium absolvieren, ohne einen Satz von Adam Smith, Karl Marx oder auch John Maynard Keynes im Original gelesen zu haben.

Die Bewegung der Pluralen Ökonomie ist mehr als die Forderung nach Theorienvielfalt und Interdisziplinarität. Sie ist zugleich Ausdruck der Kritik an der herrschenden Lehre und ihrer realwirtschaftlichen Resonanz sowie der wirtschaftlichen Gestaltung der Lebensverhältnisse. Sie kritisiert Marktgläubigkeit als Doktrin und die Vernachlässigung von Faktoren wie Verteilung von Einkommen und Kapital, sowie sozialen und ökologischen Schieflagen.

Neoliberale Wirtschaftspolitik ist ein Konsens verschiedener liberaler Schulen, die zu entsprechenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen führen – Neoklassik, Ordoliberalismus oder die Österreichische Schule. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle zeigt die Marktgläubigkeit dieses Denkens: »Die Gewährung von regionalpolitischen Subventionen für betriebliche Investitionen führt, weil an das Kriterium der Schaffung neuer und die Sicherung bestehender Arbeitsplätze gebunden, nicht zwangsläufig zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität«. Dass Arbeitsplatzschaffung und -sicherung angesichts hoher Arbeitslosigkeit, der Zerschlagung wirtschaftlicher Strukturen und Infra­struktur und anhaltender sozialer Deklassierung seit den frühen '90er Jahren in den neuen Bundesländern auch 30 Jahre nach der Vereinigung eines der wichtigsten Themen ist, scheint für das Institut nicht relevant zu sein.

Chancen für einen Hegemoniebruch

Die politischen und ökonomischen Folgen der Einseitigkeit in der Ausbildung, Forschung und Politikberatung sind weitreichend. Gesellschaftliche, politische und ökonomische Institutionen, aber auch Medien und Wissenschaft benötigen an Hochschulen ausgebildeten Nachwuchs. Gibt es keine heterodoxe Lehre und Forschung, so wird es keine alternativen Denkmuster und keine wirtschaftspolitische Expertise für eine sozial-ökologische Transformation geben. Die theoretische Grundlage der meisten einflussreichen Forschungsinstitute ist der Neoliberalismus. Hier muss Kritik und Entwicklung alternativer Ideen ansetzen, um Alternativen zu ermöglichen. Am 27. Oktober 2019 wird in Thüringen der Landtag neu gewählt. Dann wird es darum gehen, ob die rot-rot-grüne Landesregierung unter Bodo Ramelow (DIE LINKE) in eine zweite Amtsperiode gehen kann – oder ob es der zurzeit schwachen CDU gelingt, eine andere Mehrheit zu organisieren. Die Forderung nach einer Professur für Plurale Ökonomie und wissenschaftliche Initiativen gegen den neoliberalen Mainstream in der Wirtschaftswissenschaft, die über individuelle Initiativen hinausgehen, dürften nur Chancen haben, wenn Rot-Rot-Grün weitermachen kann. Die Stärkung pluraler, kritischer, ökologischer und linker Wirtschaftswissenschaften ist entscheidend für eine langfristige sozial-ökologische Transformation.

Dr. Arif Rüzgar ist Wirtschaftswissenschaftler und stellvertretender Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. Paul Wellsow ist Politikwissenschaftler und Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

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