Beschreibung
Gelesen von Thomas Weiler (Übersetzer des Buches)
In diesem Buch kommen Augenzeugen zu Wort, die die Massaker in den belarussischen „Feuerdörfern“ während des Zweiten Weltkriegs überlebt haben. Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesnik haben sie im ganzen Land ausfindig gemacht und ihre Erinnerungen auf Tonband festgehalten. Behutsam gerahmt und zu Kapiteln geordnet, entsteht aus ihren Stimmen eine verdichtete Erzählung in chorischer Vielstimmigkeit, die über eine Collage weit hinausgeht. Erstmals werden damit die unvergleichlichen Gräuel der Wehrmacht in Belarus in vollem Ausmaß anerkannt, das menschliche Leid festgehalten und zugleich der Weg geebnet für so etwas wie einen Neuanfang, für eine Zukunft. Ein Buch, das vor dem Hintergrund aktueller Kriege und antidemokratischer Entwicklungen erschreckend aktuell ist und einen „blinden Fleck“ der deutschen Geschichte beleuchtet.
Dass dieses Buch nun erstmals auf Deutsch erscheinen kann - 50 Jahre, nachdem es trotz anfänglicher Vorbehalte der sowjetischen Zensurbehörden in Minsk veröffentlicht worden ist - ist ein Ereignis. Der Übersetzer Thomas Weiler hat eine enorme Leistung vollbracht und dafür zu Recht den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse 2025 erhalten. Das gilt für die psychische Anstrengung, der es bedarf, eine Sprache für das Unsagbare zu finden, und für die Herausforderung einer komplexen dialektalen Vielfalt im Belarussischen, die diese versammelten Zeitzeugenberichte mit sich bringen.
Gemeinsam mit dem Stadtmuseum Gera
Sonderausstellung "Das bedeutet Krieg. Stadt und Menschen in bewaffneten Konflikten" vom 31. Mai 2025 bis 19. Oktober 2025
Standort
Kontakt
Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen
E-Mail: Thueringen@rosalux.org
Telefon: +49 361 5504115