7. Oktober 2021 Diskussion/Vortrag Klimakrise = Gesundheitskrise?

Wie unsere Wirtschaftsweise gleichzeitig auf Klima und Gesundheit wirkt und was wir tun können, was gleichzeitig gut ist für uns und das Klima

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Online-Veranstaltung
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07.10.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Sozialökologischer Umbau

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Mit Christian Schulz, Geschäftsführer Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), habilitierter Facharzt für Anästhesie an der Technischen Universität München

Klimawandel, Gesundheit und Wirtschaftsweise hängen eng zusammen. Bewusst gemacht haben uns dies zuletzt die Flutkatstrophe in Deutschland oder die Corona-Pandemie. Bei solchen konkreten Einzelereignissen ist die Klärung, was genau durch was verursacht ist, allerdings keine triviale Einbahnstraße. Zu einem immer besseren Verständnis verhelfen uns Konzepte wie „Planetary Health“.

Dabei spielt etwa die Resilienz des Gesundheitssystems gegen extreme Wetterereignisse eine immer größere Rolle. Klimaveränderungen sowie Raubbau an Tieren und Umwelt erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Infektionskrankheiten wie Zika und Corona. Klimawandel wirkt sich speziell im globalen Süden negativ auf Gesundheit aus, etwa mittels Ernteausfällen und Versorgungskrisen. Auch im globalen Norden sind es regelmäßig Stadtteile, in denen Menschen mit geringem Sozialstatus leben, die sich in Hitzesommern stärker aufheizen als privilegierte Wohngegenden, die häufiger durch Grünflachen und Gewässer gekühlt werden. (Gesundheitliche) Ungleichheiten werden mithin verschärft.

Wichtigstes Beispiel dafür, dass wirtschaftliche Strukturen die öffentliche Gesundheit und das Klima gleichzeitig schädigen, ist die Verbrennung fossiler Energieträger. Sie ist neben Erderwärmung und Artensterben auch für zahlreiche vermeidbare Volkskrankheiten und frühzeitiges Versterben verantwortlich, etwa mittels Luftverschmutzung.

Die umgedrehte Seite des Zusammenhangs von Klima und Gesundheit ist, dass auch gut für das Klima sein kann, sich gesund zu erhalten. Pflanzenbasierte Ernährung und körperliche aktive Mobilität (z.B. Radfahren) sind förderlich für die Umwelt und den eigenen Körper. In größerem Maßstab gedacht, also nicht nur vom einzelnen Selbst aus, läuft dies auf eine „health in all policies“ hinaus. Sie betrifft konkrete politische (Handlungs-)Felder wie Mobilität („autofreie Großstadt“), Landwirtschaft, fleischarme Ernährung, CO2-minimierende Infrastruktur oder die Entwicklung einer „grünen Kommune“ mit kühlender Wirkung sowie gesunderer Arbeitswelt. Aber wo fängt man konkret an?

Gemeinsam mit Fridays for Future Erfurt

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