28. Februar 2019 Diskussion/Vortrag Ablösung der öffentlichen Gewalt durch gesellschaftliche Bünde - Gustav Landauer und die bairische Revolution

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Veranstaltungsort

Offene Arbeit Erfurt
Allerheiligenstraße 9
99084 Erfurt

Zeit

28.02.2019, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Revolutionen100

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Mit Siegbert Wolf

Gustav Landauer (1870-1919) gehört, neben Erich Mühsam, bis heute zu den bedeutendsten Anarchisten im deutschsprachigen Raum. Sein Denken und Handeln war maßgeblich von den Werten der Freiheit, sozialen Gerechtigkeit und Emanzipation bestimmt. Als Literaturkritiker, Übersetzer, Roman- und Novellenautor, Vortragsredner und Essayist, als libertärer Sozialist und jüdischer Kulturphilosoph, genoss Gustav Landauer hohes Ansehen. Er agierte als (Anti-)Politiker, Kultur- und Sprachkritiker sowie Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte („Sozialistischer Bund“ u.a.).

Während der Revolution von 1918/19 engagierte sich Landauer von München aus für eine freiheitliche Umgestaltung der Gesellschaft. Dort wirkte er als treibende Kraft in den bedeutenden Rätegremien. Unablässig warb er für ein föderatives und dezentrales Rätesystem. Während der ersten bayerischen Räterepublik im April 1919 agierte er als „Volksbeauftragter für Volksaufklärung“, sprich: Kulturminister. Anfang Mai 1919 wurde er im Zuge der Niederschlagung der Revolution brutal ermordet.

Der Vortrag rückt Gustav Landauers libertäre Bemühungen für eine freiheitliche und sozial gerechte Gesellschaft jenseits von Nationalstaat, Kapitalismus und Großindustrialismus während der Revolution 1918/19 in den Vordergrund.
Dr. Siegbert Wolf ist Historiker und Publizist in Frankfurt am Main. Seit 2008 Herausgeber der „Ausgewählten Schriften“ Gustav Landauers im Verlag „Edition AV“ (Lich/Hessen).

Gemeinsam mit dem Bildungskollektiv Erfurt e.V.

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